Donnerstag, 26. Oktober 2017

ein Objektiv für die Alpenüberquerung

...Samyang 12mm F2.0...

Für meine Alpenüberquerung suche ich ein kleines leichtes Objektiv welches an der Canon M3 verwendet werden soll.
Auf meiner Recherche bin ich auf das Samyang 12mm F2.0 gestoßen. Ich habe mir die Linse für Tests zukommen lassen und möchte nun auch ein paar Worte dazu schreiben.

Kurz vorab - die Linse hält was sie verspricht. Sie klein, leicht und macht einen wertigen Eindruck und die Brennweite ist sehr interessant für Landschaftsaufnahmen. Doch kann sie auf ganzer Linie überzeugen...?





Allgemeines
Das Fokussieren und die Blendeneinstellung erfolgt manuell. Es gibt keine Kommunikation zwischen Kamera und Objektiv. Deswegen weiß die Kamera auch nicht welches Objektiv oder ob überhaupt eines aufgesetzt wurde und schreibt in die EXIF-Daten der Bilder auch keine Objektivdaten hinein.

In Lightroom gibt es ein Objektivprofil für die Linse welches man auf die Bilder anwenden kann. Dies wird aufgrund der fehlenden EXIF-Daten nicht automatisch erkannt. Man muss halt manuell das Objektiv auswählen - also kein Beinbruch.

In der Kamera muss man aber im Menü eine Anpassung vornehmen um mit diesem Objektiv arbeiten zu können. Standardmäßig ist die Software der Kamera so eingestellt, dass man ohne Objektiv nicht auslösen kann. Hat man also dieses Objektiv (oder irgend ein anderes manuelles Objektiv ohne Kontakte zur Kamera) auf der M3 dann kann man erstmal nicht fotografieren. Stellt man aber den Menüpunkt auf "deaktiviert" kann man ohne weitere Einschränkungen auch mit diesem Objektiv Spaß haben.



Zum manuellen Fokussieren kann man in der M3 das Fokuspeaking aktivieren. Hiermit ist das Scharfstellen auf das gewünschte Objekt recht leicht.



Ich habe die Linse nun ein paar Mal auf verschiedenen Wanderungen dabei gehabt und meine mir ein Bild von der Leistung der Linse erlauben zu können.

Verarbeitung
Das Objektiv ist rundum aus Metall gefertigt. Der Fokusring läuft weich und weit mit einem gewissen Widerstand. Der Blendenring ist mit halben Blendenstufen gerastert. Das ist zwar nicht schlimm aber ungewohnt - deswegen finde ich es Erwähnenswert. Am Bajonett gibt es keine Gummilippe, wie man sie von anderen Objektiven vielleicht kennt. Somit ist es zum Kamerabody hin nicht Spritzwasser- oder Staubgeschützt. Das Objektiv selbst ist auch nicht abgedichtet. Die Sonnenblende ist aus Kunststoff gefertigt wirkt aber nicht Billig. Das Samyang macht somit einen grundsätzlich wertigen Eindruck.

Schärfe
Hier hat Samyang gute arbeit geleitet. Die Bilder sind für meine Ansprüche scharf. Die von mir gemachten Landschafts- und Detailaufnahmen waren immer in Ordnung.

Sonnenstern
Das Objektiv hat sechs Blendenlamellen und erzeugt somit einen sechseckigen Stern an Spitzlichtern. Ab Blende 5.6 werden sie Stahlen deutlich sichtbar. Sie sind nicht spitz zulaufend sondern eher verwaschen und breit auffächern.

Sonnen- bzw. Blendenstern bei f/8.0

Sonnen- bzw. Blendenstern bei f/8.0

Lensflare
Tja - und hier leistet sich das ansonsten recht gute Objektiv einen ganz schönen Patzer. Wenn man die Sonne (oder andere Spitzlichter) im Bild hat, erzeugt das Objektiv einen sehr deutlichen, je nach Position im Bild, unterschiedlich großen bunten Lensflare. Das ist sehr ärgerlich, da man in der Landschaftsfotografie eigentlich immer irgendwelche Spitzlichter im Bild oder am Bildrand hat.





Ist das nun das K.-o.-Kriterium für dieses Objektiv?

Fazit
Am Ende ist die Fotoausrüstung für eine Alpenüberquerung eher ein Kompromiss aus Größe und Gewicht. Hier kann die M3 mit ihren ca. 360 Gramm sicherlich sehr gut punkten. Die EOS-M Objetive von Canon überzeugen mich in Sachen Verarbeitung und Lichtstärke aber bisher nicht so recht. Deswegen habe ich mich auch nach etwas Anderem umgesehen.
Das Samyang ist sicherlich auch nicht das gelbe vom Ei. Es hat zwar eine komfortable Größe, ein geringes Gewicht von nur 245 Gramm und auch eine attraktive Brennweite und Lichtstärke für die Landschaftsfotografie. Die Farbwiedergabe ist in Ordnung und die Schärfe ist top. Aber die Lensflareanfälligkeit und die damit verbundene Bildstörung sind schon sehr unangenehm. Klar - mit einem fotografischen Trick kann man die Lensflares auch entfernen - brauch dafür aber mindestens zwei Fotos und hat im Nachhinein immer die Bildbearbeitung.
Und somit kommen wir nun wieder zum Kompromiss - kann man bzw. kann ich mit diesem Kompromiss leben...? Gibt es überhaupt ein besseres Objektiv für die EOS-M...? Sollte ich eventuell die M3 aus der Überlegung herausnehmen und mir ein Modell der PowerShot G Serie mal genauer anschauen?

Was ist eure Meinung bzw. was könntet ihr mir empfehlen. Bitte schreibt es mir in den Kommentaren.